Und welchen Fehler haben Sie heute schon gemacht?

Über die Fehlerkultur in Deutschland.

Schon als Kinder hören wir oft, dass uns keine Fehler unterlaufen dürfen. “Mach dies nicht und mach das nicht!” und “Davon lässt du besser deine Finger!”. Aber was heißt es, dass man etwas nicht machen darf? Es bedeutet zumeist, dass man es nicht kann. Wie kann man allerdings lernen, ohne Fehler machen zu dürfen, während man sich ausprobiert?

Wir lernen sozusagen, dass wir nicht lernen dürfen. Dass alles von Anfang an perfekt sein muss. Dass wir immer den Erwartungen anderer genügen müssen. Tun wir das nicht, dann sind wir nicht “gut”.

Erlebnisse aus der Kindheit tragen wir gerne bis hin ins Erwachsenenleben mit uns durch die Welt. Wenn uns ein Fehler passiert, dann neigen wir oft dazu, uns Selbstvorwürfe zu machen. Wir werfen uns vor, dass wir doch schon erfahren genug sind, um nachdenken und entsprechend handeln zu können. Wir wollen nicht überrascht werden, von dem bösen “Fehler”. Und doch: Immer wieder geraten wir in Situationen, die wir so nicht erwartet haben. Wir handeln wieder oder trotz “besseren” Wissens.

Sicher. Es gibt Fehler, die nicht passieren sollte. Wenn es um Menschenleben oder extreme Situationen geht, dann ist es besser sie garnicht erst zu machen. Doch gerade durch das “Fehler machen” haben wir oftmals auch erst die Möglichkeit zu lernen. Auch als Baby taten die ersten Schritte weh. Mit jedem neuen Versuch wurden wir aber immer besser. Heute denken wir garnicht mehr darüber nach, wie schwer es einmal war, einen Fuß vor den anderen zu setzen.

Sind wirklich alle Fehler so schlimm?

Denken wir einmal genau darüber nach, dann sind die meisten Fehler nicht existenzbedrohend gewesen – auch wenn sie sich so anfühlten. Dass sie sich so anfühlten ist sozusagen anerzogen. Wir schämen uns dafür anders gehandelt zu haben als wir es wollten oder konnten. Zwischen Selbstmitleid und Selbstvorwürfen verbuddeln wir uns und hoffen, dass zumindestens niemand bemerkt hat, was wir da schon wieder veranstaltet haben.

Wer sich in der Vergangenheit verbuddelt, der kann nicht sehen, was vor ihm liegt.

Selbstverständlich sollten wir unsere Fehler beachten. Es lohnt sich zu fragen, warum wir sie gemacht haben. Doch wir sollten dabei nicht vergessen, dass wir einfach menschlich sind. Einige Fehler können uns sogar eine andere Sichtweise eröffnen. Sie können uns zeigen wo unsere Stärken sind – und wo die Schwächen. Wenn wir diese kennen, dann können wir uns darauf konzentrieren unsere Stärken weiter auszubauen. Das ist weitaus effektiver, als gegen die eigenen Schwächen anzukämpfen. Vor allem gibt es auch andere Menschen, die Ihre “Nachteile” ausgleichen können. Man muss nicht alles selbst beherrschen – man muss nur wissen wer es kann.

Wir müssen uns nicht für das schämen, was wir nicht können. Wir sollten einfach stolz auf unsere Fähigkeiten sein und unsere ganze Energie in genau diese stecken. Genauso sollten wir andere nicht für Ihre Fehler verurteilen, sondern Ihnen dabei helfen besser zu werden. Denn eines ist klar: Fehler passieren jedem von uns. Jeder von uns ist ein wunderbar “unperfekter”, immer dazulernender Mensch.

 

 

 

Über den Autor

Daniela Breyer

Expertin für Markendesign. Denkerin und Unternehmerin. Inhaberin von Red Tiger Design. Ich arbeite seit 2007 mit Kunden aus kleinen und mittelständischen Betrieben. Dabei interessiert mich vor allem die Entwicklung von Marken mit einer persönlichen, unverwechselbaren Note. Außerdem macht es mir einfach super viel Spaß live dabei zu sein, wenn Menschen ihre Lebensträume verwirklichen und genau das tun können, was sie wirklich wollen.

2 Kommentare

  1. Ja, leider schwingt beim Wort “Fehler” etwas Negatives mit. Doch wir wissen doch alle, dass wir aus Fehlern lernen und so wissen wir dann auch gleich wie es NICHT funktioniert. Das hat doch etwas sehr Positives.

    Was, wenn wir aufhören zu sagen “ich habe einen Fehler gemacht” und stattdessen sagen “ich habe heute wiedermal dazu gelernt”.

    Klingt doch gleich viel besser oder?

  2. Das klingt nicht nur besser, sondern das fühlt sich auch viel besser an. In einem Podcast von Tom Kaules bin ich vor kurzem auf die Idee gestoßen, dass man seine Mißerfolge “feiern” sollte. Den Ansatz fand ich auch klasse. Langfristig gesehen sorgt das dann dafür, dass sich Fehler dann nicht mehr schlimm anfühlen.

    By the Way: Der Podcast ist insgesamt sehr hörenswert.
    Es lohnt sich dort mal vorbeizuschauen: http://tomstalktime.com

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.