Zielgruppe: Alle?

Ohne ein klares Ziel kann es keinen klaren Weg geben. Gerade als Existenzgründer ist man glücklich über jeden Kunden, mit dem man zusammen arbeiten kann. Das Konto will schließlich gefüllt werden und man denkt sich: “Auftrag ist Auftrag. Kunde ist Kunde. Wieso sollte ich jemanden von vornherein ausschließen?”

Doch es gibt einige spannende Fragen, die man sich stellen kann:

Möchte ich wirklich mit jedem zusammenarbeiten?

Ist mein Produkt wirklich für jeden interessant?

Kann jeder den Preis für meine Leistung zahlen?

Nein. Natürlich nicht. Es gibt also sowieso schon einige Personen, die man nicht zu den eigenen, potenziellen Kunden zählt. Gerade bei der ersten Frage sollte man einmal genauer nachdenken: Es gibt meistens mindestens eine Sorte Mensch, die einen sehr viel Energie kostet. Das sind dann die Momente, wo das Telefon klingelt, man drauf schaut und sich denkt “Och, nein, bitte nicht…”. Sicher überlegt man sich als Geschäftsmann oder – Frau dreimal, ob man einen Auftrag ablehnt oder nicht. Ich persönlich habe für mich festgestellt, dass es manchmal besser ist. Denn die Zeit, in der man sich mit einem anstrengenden Kunden (nur des Geldes wegen) beschäftigt, die kann man “immer” besser mit Neukunden-Akquise verbringen. Und wenn man weiß, wen man wirklich als Kunden haben möchte, dann macht das richtig Spaß.

Zielgruppenanalyse – so geht’s!

Basisdaten

  • Welche Altersklasse haben meine Kunden im Durchschnitt?
  • Sind sie überwiegend weiblich oder männlich?
  • Möchte ich Privat- oder Businesskunden (oder beides)?
  • Über welches Einkommen verfügen meine Kunden?
  • Sind sie Singles oder eher verheiratet?
  • Haben sie Kinder?

Interessen

  • Welche Hobbys haben meine Kunden?
  • Welchen Beruf üben sie aus?
  • Was machen sie in ihrer Freizeit?
  • Sind sie in sozialen Netzwerken vertreten?
  • Wie sieht ihr soziales Umfeld aus?
  • Wo und wie wohnen meine Kunden?

Überzeugungen und Wünsche

  • Welche Lebensphilosophie haben meine Kunden?
  • Welche Werte vertreten sie?
  • Welche Charaktereigenschaften zeichnen sie aus?
  • Was wünschen sich meine Kunden (von meinem Produkt)?

Je detaillierter Sie diese Fragen für Ihre Zielgruppe beantworten, umso erfolgreicher wird Ihr Marketing sein. In diesem Sinne: Viel Erfolg!

Über den Autor

Daniela Breyer

Expertin für Markendesign. Denkerin und Unternehmerin. Inhaberin von Red Tiger Design. Ich arbeite seit 2007 mit Kunden aus kleinen und mittelständischen Betrieben. Dabei interessiert mich vor allem die Entwicklung von Marken mit einer persönlichen, unverwechselbaren Note. Außerdem macht es mir einfach super viel Spaß live dabei zu sein, wenn Menschen ihre Lebensträume verwirklichen und genau das tun können, was sie wirklich wollen.

5 Kommentare

  1. Liebe Daniela,

    zu Beginn meiner Selbstständigkeit war genau das auch mein Fehler. Ich dachte, jeder Kunde ist mir willkommen, denn ich möchte ja Geld verdienen.
    Mittlereweile weiß ich sehr gut, dass das so absolut nicht richtig ist. Das ist mir mit der Zeit immer klarer geworden. Nicht jeder potentielle Kunde ist MEIN Kunde.
    Es gibt Menschen, die rauben einem Zeit und Energie. Mit ihnen arbeiten wir einfach nicht gern und kommen so auch weniger gut voran.
    Doch es gibt andere Anbieter, zu denen genau dieser Kunde viel besser passt.

    Zu einer guten Zusammenarbeit gehört meines Erachtens, dass die Chemie stimmt, dass mein Kunde Lust hat, mit mir zu arbeiten und umgekehrt genau so. Nur dann können wir erfolgreich sein.

    Es lohnt sich wirklich, sich viel mehr Gedanken darüber zu machen, wen wir für uns als Kunden haben möchten. Auch wenn das zunächst eine Herausforderung ist, können wir nur dabei gewinnen.

  2. Hallo Daniela,
    Bei Zielgruppe bin ich immer noch hin und hergerissen. Da gibt es die 2 Extreme.

    Variante A beschreibst Du sehr gut und ich kenne das aus dem Marketing. Viele empfehlen das Kreieren eines Kunden-Avatar.

    Variante B kommt aus der Engpass konzentrierten Strategie EKS. Demnach sind meine Kunden die, für die ich der beste Problemlöser bin.

    Wie siehst Du das?

    viele Grüße, David

  3. Hallo David,

    wenn ich eine Dienstleistung oder ein Produkt verkaufe, dann biete ich damit immer die Lösung eines Problems meines Kunden – im Optimalfall ist es die “beste” Lösung. Um den Kunden zu finden, zu dem meine Leistung zu 100% passt, sollte der eigene Aussenauftritt genau diesen Kunden ansprechen. Wenn ich selbst also ein klares Bild von meinem Kunden habe, dann kann ich mein komplettes Marketing auf ihn abstimmen. Sprich ich kann sämtliche Ressourcen meines Unternehmens so einsetzen, dass ich für diesen Kunden “findbar” bin. Damit biete ich das Beste für den Kunden und gleichzeitig ist mein Unternehmen und mein Marketing so ausgerichtet, dass es die bestmögliche Effizienz erreicht.

    Ich behaupte also, dass Variante A und Variante B sich gegenseitig bedingen. Vielleicht sind es also garnicht 2 Extreme, sondern 2 Ansatzpunkte. Entwickelt man seine Strategie, indem man beide Seiten berücksichtigt, dann bekommt man das beste Ergebnis – wirtschaftlich und menschlich.

    Herzliche Grüße, Daniela

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